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Juy Juka
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Brief

Beitrag von Juy Juka » 21 Okt 2018 12:47

Liebste Eltern,

unsere Fahrt nach Sharn war lange aber reibungslos. Am Ende ist Erich nicht rechtzeitig Gesund geworden, ist aber vor 3 Tagen nachgekommen und auch in Sharn angekommen.

Alle Beschreibungen Sharns können niemals der Stadt gerecht werden, dennoch möchte ich euch meine Eindrücke so gut ich kann schreiben. Alle Beschreibungen der Stadt beginnen mit "ihren Türmen", doch ich finde das Wort Türme ist falsch und völlig irreführend. Es handelt sich um Haufen aus Gebäuden, nein ehr um einen Berg aus Gebäude über Gebäude aus dem oben mehrere 10 Gebäude hohe Stapel heraus schauen. Es ist beeindruckend, erschreckend und einfach sehr, sehr groß. Die Beschreibung ist nicht so blumig und auch nicht so nett aber ich finde treffender: Sharn ist wie ein Misthaufen aus Architektur auf den Menschen über viele Generation immer neue Häuser oben drauf geworfen haben.

Wo mich die Stadt nicht zu sehr begeistern konnte hat es mir die Akademie doch sehr angetan. Die Akademie von Sharn ist der Akademie der Zwölf doch sehr ähnlich, gleiche Gebäude, gleiche Bibliotheken, ähnliche Bücher, jedoch fasziniert mich die Arbeitsweise hier - hier würdet Ihr keine Beschwerdebriefe bekommen, dass ich dem Unterricht nicht folge und störe. Es gibt mehr Professoren mit spezialisierten Arbeitsgebieten und jeder von Ihnen arbeitet an mindestens drei Projekten für richtig große Auftraggeber gleichzeitig. Ich habe schon die Namen von allen Drachenhäusern herum schwirren hören. Einige Kirchen unterstützen Forschungsprojekte mit Geld und auch mit Mitarbeitern. Das faszinierendste finde ich daran jedoch, dass es eben keine "richtige Lösung" gibt gegen welche die eigene Arbeit von einem gelangweilten Hilfslehrer verglichen und stümperhaft bewertet wird.

Die Bewohner Sharns sind faszinierend, da es sie nicht gibt. Mit diesem unsinnigen Satz meine ich, dass man keine Bewohner der Stadt über einen Kamm scheren kann. Jeder ist anders und arbeitet, lebt und verhält sich individuell. Nur wenn man von jemandem weis, dass er/sie Wächter in Sharn ist, kann man nicht wissen ob es ein Zwerg oder ein Hobgoblin ist. Ein Händler aus Sharn könnte gerade-nicht gammeliges Gemüse in den dunkelsten Straßen der Unterstadt verkaufen oder exotische Holzschnitzereien aus den Elfenreichen im klaren Sonnenlicht auf einer Brücke hoch oben. Arm oder reich, ehrlich oder verschlagen, gebildet oder dumm, und alles weitere muss man von jedem Individuum selbst in Erfahrung bringen - aber jeder wird deswegen auch von anderen nach seinen eigenen Taten und Worten beurteilt und nichts anderem.

Nach diesem ersten Monat in Sharn gibt es immer noch unendlich viel zu entdecken und ich verbringe so viel Zeit wie ich kann auf den Straßen in allen drei Dimensionen. Denn noch habe ich mich auch an der Akademie viel umgesehen. Noch habe ich nicht entschieden einem bestimmtes Forschungsprojekt besonders viel Zeit zu widmen und habe mir alle angesehen, die mir mit meiner Einstufung als Austauschstudent zugänglich waren. Ohne einen festen Zeitplan haben die Windungen des Schicksals schließlich eines Nachts auf einer Brücke im strömenden Regen auf Professor Bona Gelden treffen lassen, der mir so viel ermöglichen würde - trotz seines Todes.

Professor Bona Gelden lag im Regen auf der Straße und regte sich nicht. Es standen nur so vier Leute nahe genug um die Szene zu bemerken und ein Ritter - aus dem Hause Deneith, wie ich später erfurh - näherte sich ihm um eventuell zu helfen. Doch Kratzen und Quietschen von jenseits der Brücke hat alle aufgeschreckt. Nur Sekunden später kam eine stählerne Kreatur über die Brüstung gesprungen - ein Mann aus Eisen, Kupfer und Leder wollte den Professor haben. Es war einer dieser Kriegsgeschmiedeten und schien völligst Wahnsinnig und hat jeden angegriffen, der in der Nähe war. Der Ritter und ein reisender Krieger hielten den Irren im Zaum und mich und den letzten der Anwesenden in Sicherheit. Der Andere war - und ist - ebenfalls in der Magie bewandert und wir unterstützten so weit uns möglich aus der zweiten Reihe. Der Kriegsgeschmiedete war nicht zu beruhigen und ging schließlich zu Boden, vielleicht tot oder ist verblutet als wir warteten.

Einige Momente später kammen zwei Wachläute zum Schauplatz. Sie waren drauf und dran alle Anwesenden zu verhaften, jedoch konnte ich die Situation aufklären - ich mag Zwerge, meist sind sie geradlinig. Wir Vier haben unsere Personalien und Adressen hinterlassen und man würde bei Bedarf auf uns zurück kommen. Der Bedarf kam sehr schnell, jedoch nicht von der Stadtwache. Lady Elaydren vom Haus Cannith hat mich - und die anderen, wie ich dann merkte - zu einem Treffen eingeladen. So gut ich konnte habe ich mich zurecht gemacht und mir erst das Lokal angesehen und dann die Drei anderen, die ich von der Brücke wiedererkannte. Schließlich sind wir zusammen zu Lady Elaydren gerufen worden und Sie hat uns über den Vorfall auf der Brücke ausgefragt und zugleich aufgeklärt.

Professor Bona Gelden hat für Haus Cannith geforscht und eine Spur zu einem verlorenen Erschaffungsschema aufgedeckt. Es war eine Expedition in die verlassenen, unteren Kanäle Sharn's schon ausgemacht gewesen als der Professor vermutlich wegen seiner Forschungen angegriffen wurde. Wir Vier haben scheinbar verhindert, dass seine Arbeit entwendet wurde. Die Erklärung war völlig überflüssig und es gab wenig Sinn, dass die hohe Dame Elaydren sich für vier zufällige Schaulustige interessierte. Meine Verwunderung habe ich entweder gut versteckt oder alle haben sie ignoriert - ich hoffe ersteres. Als Lady Elaydren aber ein Angebot gemacht hat, dass wir die Expedition für den verstorbenen Professor abschließen sollten, war alles klar, zwar wusste ich nicht was ein Erschaffungsschema ist, jedoch war offensichtlich, dass noch mehr Leute als Lady Elaydren hinter ihm her sein würden, wenn sich die Informationen noch weiter verbreiteten.

Neben der beträchtlichen Belohnung war noch viel mehr zu bedenken an diesem Abend. Wer ist Lady Elaydren und was könnte ihr Haus von den Auftragnehmern halten? Wie schnell würden andere der Spur folgen? Wie gefährlich war die Aufgabe wirklich? Wer waren meine potentiellen Begleiter?
- Balmung D'Deneith trägt die Würde und die Rüstung eines Ritters aus dem Hause Deneith, sieht aber jung und unerfahren aus. Kann er die Bürde eines Kampfes tragen und wird nicht ängstlich weglaufen? Ich habe nur mein Gefühl und glaube, dass er es schaffen wird. Somit sollte er im richtigen Moment seinen Kopf oder besser sein Schild hinhalten können.
- Der Zauberwirker Lascar Muriilaga ist mir nicht von der Akademie bekannt. Es könnte sein, dass ich ihn dort einfach noch nicht getroffen habe, wahrscheinlicher ist jedoch, dass er einfach seine Ausbildung wo anders und länger schon abgeschlossen hat. All zu viele Jahre an Erfahrung hat er noch nicht unter dem Gürtel, doch so weit ich seine Magie beurteilen kann hat er seinen Abschluss ordentlich verdient. Er würde sein eigenes Gewicht auf einem Abenteuer tragen können.
- Gnarl Gerstentot ist ein Wilder und sich dieser Tatsache nicht einmal bewusst. Große Muskelkraft gepaart mit überschaubarem Intellekt - ich mag es nicht so rassistisch zu sein, doch ist er einfach ein Ork. Er würde leicht zu beeinflussen sein, jedoch kann ich ihm von den Dreien am wenigsten vertrauen.
- Die Expedition selbst schätzte ich nicht ungefährlich ein, schließlich hatte ein älterlicher, gebrechlicher Professor selbst vor dort hin zu gehen. Keiner der Vier Kandidaten kennt sich in Sharn aus, doch sollte mir selbst die Eile - die ich bei Lady Elaydren vermute - mir genug Zeit lassen einige Experten zu befragen.
- Die Anderen auf der Spur des Erschaffungsschema machen mir hingegen viel mehr Gedanken. Jemand wusste schon bescheid und hatte den Professor angegriffen. An der Akademie, bei der Stadtwache und auch im Haus Bona Gelden wird über die Sache gesprochen. Da jedoch ein stadtbekannter Irrer unser drängendster Konkurrent ist die direkte Gefahr handhabbar.
- Das Haus Cannith bleibt also der größte Faktor und deren guter Wille - sollten der Erfolg eintreten - so wie ihr Zorn - sollte das Erschaffungsschema verloren gehen - sollten für meine Entscheidung ausschlaggebend sein.

Euer wildes Kind meine Eltern muss hier zugeben, dass ihr recht behalten habt. Täuschungen, Halbwahrheiten und das Spiel mit den Leuten liegt in unserer Familie und ich möchte ein wenig spielen und sehen was ich kann. Ich weiß, dass ich es nur riskieren kann, wenn ich gewillt bin und bleibe alles fallen zu lassen. Möge Aureon mir verzeihen sollte es dazu kommen, dann muss ich alles hier lassen und zu einem einfachen Leben zurückkehren. Doch ich will das tun und riskieren.

Als alle Anderen zögerlich dem Vorschlag von Lady Elaydren zugestimmt hatten, konnte ich ebenfalls ja sagen. Alle außer Gnarl Gerstentot konnte ich überzeugen, dass ich mit dem Vorschuss den Einkaufen und andere Vorbereitungen machen kann. Vielleicht hat der Ork mein Misstrauen gespürt - auch wenn ich ehr denke, dass dieser Wilde nicht so ganz verstanden hat, was "ich kaufe für alle ein" bedeutet. Es war nicht schwer die Kletter-Ausrüstung, etwas Proviant, Leuchtmittel und Grabwerkzeug zu kaufen. Mit einigen Fragen in einer lokalen Arbeiterkneipe konnte ich auch einen Beruf, der häufig in den Tiefen absteigt, und einen Veteranen dessen finden. Wegen des alten Rattenfängers habe ich noch festes Schuhwerk für alle und leicht brennbares Öl gegen Ungeziefer dazu gekauft.

Am nächsten Mittag begannen wir Vier unseren abstieg an einem der untersten Brunnen, die ich bis dahin in Sharn besucht hatte. Der Ork war widerspenstiger als gedacht und deswegen hatten wir nur halb so viel Öl und Seil dabei wie ich gerne gehabt hätte - es liegt jetzt nutzlos in meinem Zimmer. In der Unterstadt haben wir an einem Marktplatz nach dem Weg gefragt. Dieser Marktplatz kommt einer Müllhalde viel näher als alles was ich einen Markt nennen würde. Zu allem Überfluss musste der Herr Ritter noch mit viel zu viel Geld herumwedeln. Schließlich zeigte uns ein Goblin den in Eingang die Abwasserkanäle der Stadt.

Ich war ohne hin die ganze Zeit auf höchster Alarmstufe, da war die Dummheit des Ritters schon fast zu verkraften. Vor dem Eingang zur Kanalisation lauerte uns dann - wie zu erwarten - ein Kriegsgeschmiedeter auf, genau wie der Mörder des Professors. Ich hätte nie erwartet, dass ich meinen Lieblingszauber einmal im Kampf einsetzen könnte, jedoch hatte sich der Angreifer in eine winzige Spalte zwischen Häuser gequetscht und eine unsichtbare Scheibe direkt vor seiner Waffe hat seinen Überraschungsangriff in eine Peinlichkeit aufgelöst. Der Kriegsgeschmiedete war überrascht, eingezwängt und deutlich zahlmäßig unterlegen. Die nächsten Sekunden waren unschön und will ich hier nur als Selbstmord zusammenfassen.

Der Ritter und auch der Ork haben beide bewiesen, dass sie kämpfen können und nicht nur kleine Praller sind. Beide beherrschen ihr tödliches Handwerk und haben den Mut - oder die Dummheit - auch voll ran zu gehen und gefährliche Gegner Brust and Brust auszuschalten.

Bevor wir jedoch in die Kanäle absteigen konnten wurden wir noch einmal in den Hintern gebissen. Zwei Hobgoblins wollten uns trotz des Blutes und den schweren Waffen aus dem Kampf gegen den Kriegsgeschmiedeten - oder vielleicht genau deswegen - einen Kampf mit uns gesucht. Ich bin fast sicher, dass einer der Beiden am Marktplatz vorhin gesehen hat, wie der Ritter mit Gold herum gewedelt hat.

In diesem Kampf war unsere Position ehr im Nachteil, jedoch waren wir immer noch doppelt so viele Kämpfer wie unsere Gegner und mit Fernkampf von mir und Magie von Lascar war der Kampf einfach. Ich verstehe Hobgoblins nicht, die zwei hätten einfach weglaufen können oder besser noch sich ergeben. Warum stürzten Sie sich in die Klingen der Kämpfer? Haben Hobgoblins eine Art Kampfrausch?

Ich habe genug Tote für einen Monat gesehen. Kriegsgeschmiedete lösen keine Sympathie bei mir aus, doch ein toter Hobgoblin erinnert mich an Schafe, Wölfe und Hunde. Ich freute mich darauf diesen Teil hinter mir zu lassen und eventuell einige nette Belohnungen für diesen Mist zu ernten.

Der Eingang den der Professor ein Stück weiter in den Kanälen erwartet und/oder gefunden hatte war hoch wie zwei Menschen und sicher eine Tonne schwer. Ein wenig herumprobieren mit beiden Wegen die ich gelernt habe um mit einer Tür fertig zu werden waren auch beide nötig. Ein Mechanismus in der Tür erwartet einen speziellen Schlüssel und hier muss ich das Wissen und die Weisheit von Professor Bona Gelden wirklich anerkennen. Er hat ein Replikat des Schlüssels anfertigen lassen und als Verzierung auf seinem Notizbuch versteckt - fast hätte ich es übersehen. Ich habe die Tür mit meinen Fertigkeiten und meiner Magie für uns öffnen können.

Ich bin kein Sportler und all meine Vorbereitung - Fackeln, Seile, Kletterzeug - können das nicht ausgleichen. Zu meinem Glück gibt es edle Ritter die man überreden kann und einen dann sicher durch steile Röhren und glitschige Steintunnel tragen. Schließlich hat er mir auch noch den letzten Abstieg in die Ruinen einer längst vergangenen Zeit von Scharn geholfen.

Die Ruinen sind sicher voller Geheimnisse und Gefahren, für diese Expedition reichen mir aber die zwei in die wir gestolpert sind. Ein alter Tempel dessen Magie schon vor hundert Jahren hätte verfallen sollen hat noch ein wenig Heilung geben können als der Ritter Quellwasser aus einem gesegneten Becken getrunken hat. Das war auch bitter notwendig, da er sich mit dem Öl das ich auf anraten des Rattenfängers gekauft hatte in einen riesigen Schwarm aus Käfern gestürzt hatte.

Ich kann gar nicht beschreiben wie viele Käfer das waren. Der Boden war ohnehin schwarz aber ich bin fast sicher das kein Millimeter ohne Käfer war. Die Masse hat sich wie ein krabbelndes und klickendes Meer über den Boden gewogt. Auf und ab sind die Biester auf einander geritten und gegen die Beine des Ritters gebrandet. Rüstung, Magie und Zähigkeit waren egal als Tausende von Kreaturen in jede Öffnung gekrochen sind und zugebissen haben. Tod durch tausend Nadeln - lebende, eklige, bösartige Nadeln. Ich hatte einfach recht, dass wir mehr Öl gebraucht hätten, aber nein der Ork wollte es nicht Tragen!

Wir folgten Professor Bona Geldens Aufzeichnungen und konnten das halbverfallene Gebäude finden. Es sah nicht viel besser aus als alle anderen Ruinen rings herum, jedoch war das Erdgeschoss noch völlig versiegelt und die Tür - meiner Meinung nach - nicht zu knacken. Ein einfacherer Weg war über des teils eingestürzte Dach zu klettern - diese Kletterausrüstung war noch nützlicher als ich erwartet hatte.

Die Schmiede in die wir hinab kletterten war ziemlich zerstört und leer - nur auf den ersten Blick. Zwei höllisch gefährliche kriegsgeschmiedete Kampfhunde tauchten aus dem nichts auf als wir alle unten im Schmiederaum standen und rissen mit ihren metallenen Mäulern am Fleisch unserer zwei Kämpfer. Blut und Metall blitzten und spritzen und nach nur Sekunden hatten die Bestien beide nieder gerissen. In diesem Moment und nur diesem hatte ich das Gefühl die Kontrolle verloren zu haben und spürte echte Gefahr an meinem Hals! Doch Lascar - aus Verzweiflung oder einem Geistesblitz heraus - zog den nachgemachte Schlüssel des Professors hervor und die Höllenhunde erkannten oder akzeptierten diesen.

Mit extrem viel Mühe zogen wir uns unter dem Schutz des falschen Schlüssels auf das Dach der Schmiede zurück. Für den Moment konnten wir weder vor noch zurück. Nach einigem hin und her Überlegen wollten Lascar und ich es riskieren die Hunde mit Pfeilen und Bolzen zu beschießen. Es waren immer noch Hunde und keine Treppe im Haus hatte die Jahre überstanden - sie sollten uns nicht erreichen können. Es war kein Kampf, es war einseitig und dreckig - damit muss ich Leben und kann ich auch - denke ich - so lange der dreckige Vorteil auf meiner Seite ist.

Es scheint mehr als nur kleine unterschiede zwischen Kriegsgeschmiedeten und Kriegsgeschmmiedeten zu geben. Mein Wissen reicht hier einfach nicht aus und ich bin fast gewillt hier mehr zu studieren. Sollte sich mein Weg weiter winden und mich mehr mit diesen Kreaturen zusammen bringen, muss ich einfach nachforschen, sie alle sind einfach zu unterschiedlich zu mir.

Lascar und ich durchsuchten danach die Ruine in ruhe, da die Tür als einziger Zugang auch von Innen unüberwindlich aussah und wir hier sehr geschützt waren. Während unsere Kämpfer schliefen und sich erholten konnten wir zu zweit ein Geheimfach mit einem komplexen Verschluss aber gleichzeitig einfachem Schlüssel finden. Drei einfache Schlüssellöcher wollten mit Metallstäben der richtigen Form gefüllt werden, nicht mal richtige Schlüssel. Ich konnte zwei mit der richtigen Form in den Schädeln der Hunde finden und das deutet darauf hin, dass es noch einen dritten Hund hätte geben sollen. Nach ein wenig Graben konnte ich ihn Erschlagen unter dem Geröll des ersten Stockwerks finden. Nach dem der komplexe Verschluss mich erst einmal böse mit Elektrizität geschockt hat, haben Lascar und ich zusammen die korrekte Reihenfolge gefunden.

Diese kleine Kammer, breit und tief wie eine Hand und maximal 2 lang, enthielt unglaubliche schätze. Nicht nur das Erschaffungsschema sondern auch magische Heiltränke und altertümliche Goldmünzen - die ich später gut an der Universität verkaufen können sollte. So viele Reichtümer, selbst durch 4 geteilt sind sie alleine schon die Gefahr wert gewesen - und weitere Belohnungen sollten noch kommen. Allerdings muss ich hier Lascar beschimpfen, bevor er noch als einziger meiner Gefährten als unfehlbar herüber kommt. Tatsächlich hat Lascar einen der magischen Heiltränke für einen verdammten Kratzer - einen Kratzer! - an sich selbst verschwendet. Bei den Göttern und allem klaren Verstand!

Was für ein Abenteuer und wir konnten uns auf den Rückweg machen um die Belohnung einzuheimsen - könnte man denken. Doch die Kriegsgeschmiedeten waren immer noch hinter der Forschung von Professor Bona Gelden her! Schwer gerüstet, ernsthaft bewaffnet und eventuell mit Magie stellte sich uns ein echter Kämpfer der Kriegsgeschmiedeten in den Weg. Seine Forderung an uns nach dem Erschaffungsschema war etwas ganz anderes als die ungeplanten Überfälle von vorher. Wir waren klar geschwächt, hatten offensichtlich gefunden was wir suchten und der Angreifer war stark genug um sich im Notfall auf Gewalt zurückzugreifen.

Trotz all dem fühlte ich nicht echte Angst. Ich spielte Hilflosigkeit und Angst vor - gut, es war nicht wirklich viel vorzuspielen, da ich erschöpft, verletzt und noch immer erschüttert war. Der Ritter und der Ort stellten sich zum Kampf und der Magier unterstützte Sie, doch konnte unser Angreifer dagegen halten! Diese Situation war perfekt, der Kriegsgeschmiedete war im Eifer des Gefechtes gefangen und würde niemals glauben ich könnten es genau jetzt mit einer Lüge versuchen. "Gebt ihm das Buch!", "Gebt ihm was er verlangt!", "Gebt ihm das Buch!" und schließlich werfe ich ihm Bona Geldens Aufzeichnungen mit dem gefälschten Schlüssel als Ornament vor die Füße. Jeder hat seine Rolle perfekt gespielt, zurückgehaltene Aggression des Orks, Schock auf dem Gesicht unseres Magiers, Panik vom verletzen Gruppenmitglied und völlige Selbstüberschätzung des Opfers. Wie im Bilderbuch hat der Kriegsgeschmiedete das nutzlose Buch aufgehoben, triumphierend einen Monolog gehalten und ist davongezogen.

Ich musste mich lange zurückhalten um nicht loszulachen. Die anderen mussten mich deswegen - und aus anderen Gründen - auf dem Rückweg stützen, haben aber ebenso gelacht und gegrinst. Wir hatten das Erschaffungsschema, wir hatten einen Schatz und wir hatten gewonnen. Wir würden Lady Elaydren geben was sie sich gewünscht hat, einen guten Eindruck hinterlassen und alle noch reich dafür Entlohnt werden.

Nach diesem Abenteuer habe ich mich noch einmal in einem kurzen Auffrischungskurs für Grundlagen eingeschrieben. Ich treffe mich in zwei Tagen mit den anderen noch einmal um die Gewinne aus den Verkäufen - vor allem die antiken Münzen - aufzuteilen. Und wenn meine neue Garderobe gut genug ist, kann ich unseren mutigen Ritter oder Lady Elaydren vielleicht dazu bringen mich auf einige Feste mitzunehmen - schließlich tragen beide ein Drachenmal.

Mein Pergament ist fast voll. Das soll reichen. Danke für alles was ihr mir Beigebracht habt.

Herzliche Grüße
Gin

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